36. Internationale Jahrestagung zu Sprachlehren und -lernen und Materialausstellung

JALT2010

36. Internationale Jahrestagung zu Sprachlehren und -lernen und
Materialausstellung
20.- 22. November 2010
Nagoya, Japan

Kreativität: Über den Rand hinaus denken
Call for papers

Einsendetermin : Freitag, 23.4. 2010

Die Welt ändert sich dauernd. Wir bereiten LernerInnen vor für Kontexte, die es heute noch gar nicht gibt. Der Schlüssel zum Leben, nicht nur zum Überleben, ist Kreativität.

Diese Kreativität ist das Thema von JALT 2010. Kreativität wurde einst als von den Göttern inspiriert oder von außerweltlichen Kräften gegebenes Geschenk angesehen. In den letzten Jahren hat man herausgefunden, dass Kreativität eine Zusammensetzung von Fertigkeiten, Einstellungen und Motivation ist, die durch eine komplexe Interaktion von biologischen, psychologischen und sozialen Faktoren entsteht. Verschiedene Typen von Kreativität wurden gefunden (Boden 2001): Kombinatorische Kreativität (die Fähigkeit, durch Assoziieren oder Verbinden von alten Ideen auf bisher unbekannte Weise neue Ideen zu generieren), explorative Kreativität ( Regeln lernen und dann erforschen, was man damit alles anfangen kann) und transformatorische Kreativität (durch Verändern, Anpassen oder Brechen von konzeptuellen Regeln). Kreativität ist die gewohnhafte Einstellung zu versuchen, kreativ zu sein.

Unterrichten als Kunst

"Jede Erfahrung, die aus der Interaktion von Individuum und Umwelt resultiert, wobei das Individuum diese Umgebung steuert und formt, kann eine Kunst genannt werden. Die Qualität dieser Interaktion wird beeinflusst durch die Entscheidungen der LehrerInnen, ihre Zeiteinteilung, ihre Wahl der Aufgaben, ja sogar durch die Stimmhöhe. Wenn all dies der Fall ist, wenn alles fließt, dann hört Unterrichten auf, nur eine Betätigung zu sein, und wird eine Kunst" (Pugliese, 2005).
Kreativität ist ein Teil der Fähigkeit jeder Lehrperson, unabhängig zu denken und auf seinen eigenen Füßen zu stehen, eine Art "improvisatorische Aufführung", die von LehrerInnen verlangt, eine Fähigkeit zu entwickeln, die Umgebung zu fühlen und dementsprechend zu (re)agieren. Mit Kreativität können LehrerInnen auch komplexere Probleme der Unterweisung lösen, neue Aufgaben entwickeln oder gar ganz neue Lehrmethoden ausdenken.

Warum Kreativität für LehrerInnen?

Viele LehrerInnen bringen ihre Kreativität durch intellektuelle Neugierde zum Ausdruck - das zwandhafte Bestreben, etwas zu lernen und eine Situation zu verstehen. Und das ist natürlich getrieben von einem Verlangen, einen effektiveren Unterricht zu machen und aus unseren Erfahrungen zu lernen. Über den Rand hinaus denken heißt nämlich nicht einfach, aus dem Nichts zu völlig neuen und spontanen Gedanken zu kommen. Eher wird die Kreativität inspiriert von dem Kontext, in dem die Individuen sich befinden: Über den Rand des eigenen Kontextes hinausdenken ermöglicht es ihnen, etwas von einem anderen Blickwinkel aus zu sehen, und eröffnet unbegrenzte Möglichkeiten.

Kreativität ist auch ein Teil des lebenslangen Strebens nach Selbsterneuerung. Mit anderen Worten, Kreativität fördert die Entwicklung eines Gefühls für die eigene persönliche und berufliche Leistung. Sie erinnert uns daran, dass wir nicht nur Lehrmaschinen sind, die beruflich(e) Befriedigung suchen: Wir sind Individuen, die nach Höherem streben. Abgesehen davon ist Kreativität ein gewaltiger Gegenpol zu den Phasen des Ausgelaugtseins, die wir alle einmal von Zeit zu Zeit haben: Kreativität macht Spaß!

Kommen Sie deshalb zu JALT 2010 und machen Sie deshalb etwas außerhalb der üblichen Workshops und Hauptvorträge. Neben den traditionellen Beitragsformaten begrüßt das Tagungskommittee ungewöhnliche Ideen, Vorschläge und Neuerungen. Überraschen Sie uns und zeigen Sie der Welt, was passieren kann, wenn wir über den Rand hinausdenken.

Steve Brown & Donna Tatsuki
JALT2010 Tagungsorganisatoren

Literatur
Boden, M. (2001). Dimensions of creativity. Boston: MIT Press.
Pugliese, C. (2005). Teaching out-of-the-box: Creativity in the classroom. Imagine…International Alliance for Learning Newsletter, June 2005.

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